Home / Psychologische Beratung, Therapie und Coaching / Therapie & Coaching / Biofeedback (Neurofeedback)

Ihr Online-Newsletter: Jetzt bestellen

In unserem Newsletter informieren wir Sie jeden Monat über Neuigkeiten aus den unterschiedlichen Rubriken!

Therapie & Coaching: von A-Z
Therapie Lexikon
Coaching
coach, bild: krockenmitte / photocase.com

Wer sich coachen lässt, weil er unzufrieden mit seiner Situation ist und sich weiterentwickeln will, findet beim Coaching einen neutralen Gesprächspartner, der den Ratsuchenden individuell unterstützt. Der Coach hilft dem Klienten, sich kritisch wahrzunehmen und Verantwortung für sich zu übernehmen. Der Klient soll lernen, sein Verhalten weiterzuentwickeln und Probleme zu lösen.

Archiv

Weitere Artikel zum Thema Psychologische Beratung, Therapie & Coaching finden Sie hier in unserem Archiv!

Biofeedback (Neurofeedback)

Biofeedback ist eine wissenschaftlich fundierte Methode der Verhaltensmedizin, mit deren Hilfe normalerweise unbewusst ablaufende psychophysiologische Prozesse durch Rückmeldung (Feedback) wahrnehmbar gemacht werden. Durch die Biofeedbackmethode kann ganz gezielt die Selbstwahrnehmung ansonsten der Sinneswahrnehmung nicht zugänglicher körpereigener Prozesse geschult werden. Über die bessere Wahrnehmung können diese Prozesse beeinflusst werden: Der Patient erhält die Kontrolle über seine Körperfunktionen.

Theoretische Grundlagen

Die Methode basiert auf der Erkenntnis, dass die autonom innervierten Körpervorgänge gar nicht autonom sind, sondern durch Lernprozesse beeinflusst werden können. Herzrate, Schweißdrüsenaktivität, periphere Körpertemperatur, der Durchmesser von Blutgefäßen, vom autonomen Nervensystem innervierte Muskulatur, und im speziellen Fall von Neurofeedback Hirnströme sind nur einige Beispiele für physiologische Prozesse, die durch Biofeedback (günstig) beeinflusst werden können.

Die Wirksamkeit von Biofeedback wurde in zahlreichen wissenschaftlichen Studien belegt. Durch die flexible Anpassung eines Biofeedbacktrainings an die individuellen Bedürfnisse des Patienten sowie der sehr flexibel gestaltbaren Feedbackart, können genau jene physiologischen Prozesse verändert werden, die für bestimmte Krankheiten relevant sind, während der restliche Körper von diesen Vorgängen nicht betroffen ist. Im Gegensatz zu Medikamenten, die häufig mit unerwünschten Nebenwirkungen einhergehen, kann Biofeedback als spezifische Interventionsmethode ohne Nebenwirkungen eingesetzt werden.

Ziel der Biofeedback-Behandlung ist die gezielte Wahrnehmung und Beeinflussung körperlicher Prozesse, die bei der Aufrechterhaltung von psychischen, psychosomatischen und körperlichen Krankheiten von Bedeutung sind.

Biofeedback - wie sieht die Praxis aus?

In der Regel werden folgende Werte über spezielle Sensoren gemessen (in Klammern der Ort der Sensorplatzierung):

  • Hauttemperatur (Finger)
  • Hautwiderstand oder Hautleitwert bzw. elektrodermale Aktivität = EDA (Finger)
  • Blutvolumenpuls / Herzrate (Finger; teilweise auch Ohrläppchen)
  • Atmung (Bauchgurt, über der Kleidung zu tragen)
  • Muskelspannung oder elektrische Muskelaktivität = EMG (z. B. Muskulatur im Schulter- / Nackenbereich)
  • Herzratenvariabilität (kombiniert Bauchgurt, Finger)
  • Beim Neurofeedback: Elektrische Hirnaktivität = EEG (Kopfsensoren)

Die Ableitung von physiologischen Parametern kann einzeln oder als Mehrkanalableitung erfolgen, mit entsprechenden kompakten Geräten ist auch ein mobiler Einsatz möglich.

  • Muskelspannungen (z.B. bei Spannungskopfschmerz)
  • Hautleitfähigkeit als allgemeines Maß für Entspannung
  • Hauttemperatur (z.B. zur Behandlung von M. Raynaud)
  • Arteriendurchmesser der Schläfenarterie (zur Migränebehandlung)
  • Atmungsfrequenz und Atmungstiefe (z.B. bei Hyperventilationssyndrom, Asthma bronchiale, Panikerkrankungen, Schmerzzuständen)
  • Blutdruck (zur Behandlung der essentiellen Hypertonie)
  • Fingerpuls (als Maß für die periphere Durchblutung)
  • EEG-Aufzeichnungen (zur Förderung der zentralnervös gesteuerten Entspannung; zum Teil auch zur Epilepsiebehandlung)
  • Beckenbodenmuskulatur (zum Inkontinenztraining)
  • Herzrate (z.B. bei Tachykardien oder Panikstörungen)
  • Analsphinktermessung (z.B. bei Obstipation, entzündlichen Darmerkrankungen, Stuhlinkontinenz)

Je nach Beschwerdebild und Ausmaß einer Erkrankung und je nach individuellen Rahmenbedingungen seitens der Patienten, werden unterschiedliche Arten von Feedback einzeln oder in Kombination verwendet. Es kann sich um visuelles Feedback (Animationen, Filme, Graphen, …) oder auditives Feedback (Töne, Geräusche, Musik) handeln.

Welche Krankheiten können mit Biofeedback behandelt werden?

Biofeedback bietet spezifische Behandlungsmöglichkeiten für verschiedene Erkrankungsbilder. Zu den Haupteinsatzbereichen zählen:

  • Allgemeine Stresserkrankungen (z. B. Burn out)
  • Verdeutlichung der Zusammenhänge von psychischen und physiologischen Prozessen
  • Stress, Stressfolgen, Stressbewältigung
  • Chronischer Schmerz (Kopfschmerz, Rückenschmerz, Fibromyalgie u.a.)
  • Hypertonie, Durchblutungsstörungen
  • Unklare körperliche Beschwerden (z.B. Tinnitus, Reizmagen, Reizdarm, somatoforme Störungen u.a.)
  • Schlafstörungen,Sexualstörungen
  • Harn- und Stuhlinkontinenz, Harnverhalt
  • Obstipation
  • Hyperaktivität, Aufmerksamkeitsstörungen (ADHS)
  • Epileptische Erkrankungen
  • Angststörungen, Depressionen
  • Posttraumatische Belastungsstörungen
  • Prävention chronischer Erkrankungen
  • Verbesserung der Körperwahrnehmung
  • Psychische Ursachen / psychische Folgen von körperlichen Krankheiten

Bitte beachten:

Eine Therapie mit Biofeedback sollte von einem erfahrenen und entsprechend ausgebildetem Biofeedbacktherapeuten durchgeführt werden. Wird die Methode falsch oder nicht präzise angewendet, können die ansonsten positiven Ergebnisse nicht erzielt werden.

Ein Beitrag von: Dipl.-Psych. Klaus Hug, Biofeedbacktherapeut und Biofeedbacktrainer; Therapeut für Psychotherapie (HPG); Inhaber Biofeedbackzentrum Allgäu.

Weitere Therapeuten die mit Biofeedback arbeiten finden Sie hier in unserer Berater- & Expertensuche, über die freie Begriffssuche: Biofeedback

« Zurück



Aktuell sind 27 Besucher online.