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coach, bild: krockenmitte / photocase.com

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Titelthema 07/17

Persönlichkeitsentwicklung: durch integrales Hypnose-Coaching

Hypnose
Bild:
istockphoto

In den letzten Jahren sehen wir verstärkt TV-Berichte und Artikel über die Arbeit mit Hypnose. Es handelt sich offenkundig um ein Mysterium. Doch was ist eigentlich Hypnose?

EIn Interview mit Jörg Fuhrmann, Hypnose-Coach/ -Ausbildungsleiter
und Hochschul-Lehrbeauftragter für Hypnose.

"Manch´ geneigter TV-Zuschauer denkt bei Hypnose an Bewusstlosigkeit, Willenlosigkeit, Schlaf, Tieftrance und magische Manipulation" so Fuhrmann. Zugegebenermaßen haftet der Hypnose nach wie vor ein Hauch des Mysteriösen an. Nicht ganz zu Unrecht, denn sie ist und bis dato wissenschaftlich nur schwer zu erklären. Zwar liegen seit der zunehmenden Technisierung der Neurowissenschaften entsprechende EEG-Gehirnwellenmessungen und Gehirnscans vor, die uns deutlich machen können, was wann im menschlichen Gehirn passiert, jedoch ist damit noch längst nicht die Frage nach dem „Wie?“ geklärt. Rein methodisch gesehen passiert ja offenkundig nicht viel: da ist ein Proband der seine Aufmerksamkeit auf die Stimme eines anderen richtet.

Wo sind die Wurzeln der Hypnose zu finden?

Hypnose ist und bleibt nach wie vor ein uraltes Faszinosum. Sie ist als eine der ältesten Heilformen auf den Schamanismus zurückzuführen. In Europa zitiert man gerne Dr. Mesmer oder irgendwelche indischen Ärzte, doch letztlich ist die hypnotische Suggestion als eine der wichtigsten Interventionstechniken des Schamanen zu nennen. Die Schamanen welche ich in Südamerika oder Nepal kennen gelernt habe, arbeiteten durchweg mit dieser Herangehensweise. Allerdings besitzt der Schamanismus ein weitaus differenzierteres und umfangreicheres „Trance-Spektrum“.

Gib es Gefahren, die von der Hypnose ausgehen?

Der „Zwischenzustand“ der hypnotischen Trance ist grundsätzlich sicherer als Träumen, da der Klient für gewöhnlich nicht voll assoziiert ist, sondern das Geschehen immer noch selbst aktiv mit steuert. Insofern keine schwerwiegenderen neurologischen und psychologischen Erkrankungen vorliegen kann im Grunde jeder Mensch gefahrlos in den hypnotischen Trance-Zustand gelangen. Problematisch scheinen mir hingen diverse Schock-Techniken der Show-/ Blitzhypnose wo über Verwirrung, Schreck und Schläge vor den Hinterkopf Trance induziert wird. Jede Technik kann, wie wir wissen, in beide Richtungen benutzt werden. Daher ist es wichtig, sich explizit im Bereich „Hypnose“ nur in die Hände eines Fachmannes zu begeben.

Wie zeigt sich der Unterschied zur Showhypnose aus dem Fernsehen?

Im Gegensatz zur Showhypnose wird hier in erster Linie die Autonomie des Kunden gefördert. Die Beratung mit Hilfe der Hypnose unterstützt die Menschen in ihrem Leben, je nach Bedarf, tiefgreifend in sämtlichen Lebensbereichen. Im achtsamen Hypnose-Coaching erfolgt nach einem ausgiebigen Vorgespräch eine langsame und individuelle Ein-/ Ausleitung. Wenn Menschen Bedenken vor Hypnose haben, sagen gute Hypnotiseure Ihnen daher immer, dass sie sich nur in einen Zustand begeben in dem sie sich bereits alltäglich befinden, ohne es bewusst zu merken. Man geht nur gezielt in diesen Zustand und löst bestehende Negativ-Verankerungen und –Trancen auf.

Was passiert genau in so einer Hypnose-Sitzung?

Hypnose führt immer in einen veränderten Bewusstseinsmodus, der zwischen Wachbewusstsein und Schlaf angesiedelt ist. Wir kennen diesen eingedämmten Zustand auch aus Tagträumen oder vom abendlichen Fernsehen. In diesem Modus ist unsere linke – analytische – Gehirnhälfte „runtergefahren“ und die rechte – bildhafte – Gehirnhälfte entsprechend zugänglicher. Somit können passgenau die gewünschten Ziele und Optimierungswünsche im Unterbewusstsein des Kunden verankert werden. Somit können mit Hilfe der Hypnose ebenfalls Lampenfieber, Lernblockaden, Prüfungsängste Schlafprobleme, Zahnarztängste, Flugängste u.Ä. effektiv bearbeitet werden. Ein weiterer Sonderbereich in der Hypnose ist die Zeitregression oder Rückführung. In der Trance tritt dabei ein Zustand erhöhter Erinnerungsfähigkeit („Hypermnesie“) ein. Dabei können lang vergessene „Lebensschätze“ wieder bewusst gemacht oder Antworten auf bestimmte Fragen gefunden werden, die ihm im alltäglichen Bewusstsein so nicht zugänglich wären. In der Regel bekommt der Kunde dabei noch alles mit, er kann sich sogar wenn er will erfolgreich gegen den hypnotischen Zustand entscheiden.

Kann jeder Mensch gleichermaßen die hypnotische Trance erleben?

Trance ist, wie alles im Leben, auch eine Frage der Übung. Es gibt „Naturtalente“ und Menschen, die erst etwas üben müssen um zu gewünschten Ergebnissen zu gelangen. Grundsätzlich ist jedoch jeder Mensch in der Lage Trancephänomene zu erleben. Mit professioneller menschlicher Begleitung und Anleitung ist es für gewöhnlich einfacher einen entsprechenden Effekt zu erzielen, als bspw. mit einer bloßen Selbsthypnose-CD. Bei meinen Studenten oder Ausbildungskursteilnehmern erlebe ich immer wieder, dass vor allem die Erwartung die Erfahrung verhindert. Letzteres könnte man jedoch auf viele andere Methoden und Situationen gleichermaßen beziehen.

Wenn ich Sie richtig verstehe, geht es im Coaching vor allem um eine Unterbrechung bereits bestehender Trancen, die auf selbsthypnotische Weise den Tag über verstärkt und verankert werden?

Gerade das Rauchen ist ein optimales Beispiel um das Phänomen der (negativen) Selbsthypnose zu erklären, denn im Grunde befindet sich ein Raucher bereits in „Hypnose“. Rein intellektuell weiß jeder Erwachsene, das Rauchen ihm auf sämtlichen Ebenen schadet, er über die Jahre oftmals dafür fünfstellige Beträge ausgibt und das Ganze eigentlich besser sein lassen sollte. Trotzdem tut er es aber nicht, obwohl seine „linke Gehirnhälfte“ dies genau weiß. Es kann sich beim Rauchen also nur um „Trance“ handeln. Anhand des Rauchers, oder desjenigen, der wieder besseren Wissen noch einen Kilogramm Zucker mehr in sich aufnimmt, kann man deutlich sehen, dass unser Unterbewusstsein immer stärker ist als unsere Ratio.

Wie kommt es zu einer derartigen Verankerung?

Als Erstes sind da natürlich das „Modelllernen“ der eigenen Kindheit und Jugend zu nennen. Sprich: die Suggestionen welche uns durch Eltern, Erzieher, Pädagoge, Geschwister, Freunde und Vorgesetzte sowie durch die Medien mit auf den Weg gegeben wurden. Oftmals handelt es sich um Stress- oder (Mikro-)Schocksituationen, in denen man sich – ähnlich wie bei einem Trauma – handlungsunfähig fühlte. So diente möglicherweise das wiederholte Lachen der gesamten Schulklasse, während man die Aufgaben an der Tafel nicht lösen konnte, als Anker für einen negativen Glaubenssatz wie bspw. „Ich bin nicht gut genug.“, „Ich muss perfekt sein.“ oder „Ich schaffe es nicht.“ zu.

Situationen in denen man sich gegenüber einem Vorgesetzten gelähmt fühlt, kennt ja wohl jeder was sagen Sie dazu?

Richtig - nicht zu vergessen sind auch die gesamten NLP-Tricks der Manageretagen, welche hypnotische Techniken gezielt einsetzen um noch mehr Arbeitseinsatz und Effizienz aus ihren Mitarbeitern raus zupressen. Letzteres haben wir in allen Situationen mit starkem Machtgefälle. Was Therapeuten und Coaches also machen, ist letztlich eine De-Hypnose, bereits bestehender Negativtrancen und dysfunktionaler Lösungsstrategien.

Aber die Werbung arbeitet doch etwas anders?

Stimmt – der Effekt funktioniert auch genau in die entgegengesetzte Richtung über positive Bilder, welche mit bestimmten Qualitäten und Begebenheiten in einer entspannten Situation verknüpft werden. Das Prinzip der Werbung wäre ein gutes Beispiel dafür. Da verknüpft man dann auf einmal das Rauchen mit „Freiheit“ oder die damit einhergehende Vergiftung des Körpers, wird als „Entspannung“ erlebt. Eigentlich passiert genau das Gegenteil im Organismus man steht unter Druck, will die nächste rauchen und der Körper gerät in Stress – fühlt sich durch die unzähligen Giftstoffe (wie Rattengift/ Mottengift, Nervengift, Teer etc.) angegriffen. Doch die Bilder der Werbung, in welchen die Prärie und die Mustangs mit einem bestimmten Slogan und Produkt gekoppelt, bzw. unbewusst verankert werden, haben eine Wirkung. Freilich ohne, dass wir es bewusst mitbekommen. Wir meinen immer alles unter Kontrolle zu haben, das ist unsere Achillesferse.

Sind die Erfolge der Hypnose messbar?

Ja, das sind sie – im Guten wie im Schlechten. Dass negative Glaubenssätze wirken, also eine Wirklichkeit entfalten, weiß vermutlich jeder und daran glaubt auch jeder. Im Sinne der „De-Hypnose“ belegen bspw. die langjährigen Studien der Universität Tübingen (Prof. Dirk Revenstorf), dass Hypnose die effektivste Methode zur Raucherentwöhnung, mit Abstinenzraten von über 90%, darstellt und dass Gewichtsreduktion mit Hilfe der Hypnose ohne den gefürchteten „Jo-Jo-Effekt“ dauerhaft erzielt werden kann. Viele Hypnotherapeuten und Ärzte arbeiten auch sehr erfolgreich im Bereich der Anästhesie, Schmerzabschaltung und Wundheilung mit Hypnose. Besonders erfolgreich ist die Hypnose natürlich im Bereich der nachhaltigen Stress-Reduktion und Burnout-Prävention.

joerg_fuhrmann

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