Home / Psychologische Beratung, Therapie und Coaching / Archiv / Farbdialog: wenn Bilder Worte finden

Ihr Online-Newsletter: Jetzt bestellen

In unserem Newsletter informieren wir Sie jeden Monat über Neuigkeiten aus den unterschiedlichen Rubriken!

Therapie & Coaching: von A-Z
Coaching
coach, bild: krockenmitte / photocase.com

Wer sich coachen lässt, weil er unzufrieden mit seiner Situation ist und sich weiterentwickeln will, findet beim Coaching einen neutralen Gesprächspartner, der den Ratsuchenden individuell unterstützt. Der Coach hilft dem Klienten, sich kritisch wahrzunehmen und Verantwortung für sich zu übernehmen. Der Klient soll lernen, sein Verhalten weiterzuentwickeln und Probleme zu lösen.

Archiv

Weitere Artikel zum Thema Psychologische Beratung, Therapie & Coaching finden Sie hier in unserem Archiv!

Titelthema 02/18

Farbdialog: wenn Bilder Worte finden

Farbdialog
Bild:
viper007 / photocase.com

Die Kunst der Kommunikation zu beherrschen ist privat wie beruflich ein wesentlicher Erfolgsfaktor. Oft sind es unbewusste Konflikte oder Unausgesprochenes, die zu Missverständnissen führen und damit das Gespräch blockieren können.

Der Farbdialog ist eine spezielle Methode der Kunsttherapie. Durch die Verbindung des Unbewussten mit dem Bewussten und fördert er die ganzheitliche Kommunikation. Es handelt sich um ein nonverbales Farbengespräch, bei dem die Partner mittels Farbe auf dem neutralen Terrain Papier kommunizieren. Das Malen im Dialog stellt eine wertneutrale Ausdrucksmöglichkeit dar und bietet eine optimale Vorbereitung für das anschließende Gespräch.

„Das Besondere am Farbdialog ist, dass die üblichen Abwehrmechanismen, die hauptsächlich über die Sprache ausgedrückt werden, bei dieser Methode nicht greifen, man kommt vom DENKEN ins TUN“ so Margrit Galonska, zertifizierte Farbdialogtherapeutin und Heilpraktikerin für Psychotherapie aus Burgrain bei Isen.

Redaktion: Frau Galonska, wie kamen Sie zum Farbdialog?

Margrit Galonska: „Während einer Umbruchphase, auf der Suche nach neuen Lösungen, lernte ich im Jahre 2000 diese besondere Form der Kunsttherapie kennen und war von Anfang an vollends begeistert, dass auch ich mich als „Nichtkünstler“ mit Farben ausdrücken konnte und der Wandlungsprozess gefördert wurde, so dass es mir immer besser ging. Beim Malen zeigten sich meine eigenen Muster direkt auf dem Blatt und viel Unbewusstes durfte sich Raum nehmen und bewusst werden. Ich konnte wieder klar sehen, meine Ziele formulieren und umsetzen - Farbe in mein Leben bringen.

Nachdem ich die Wirkung von Farbe und kreativem Ausdruck selbst so eindringlich erlebt hatte, entstand in mir der Wunsch, mit einer kreativen Methode Menschen begleiten und unterstützen zu wollen, meine Erfahrungen und meine Begeisterung weiterzugeben."

Was ist das Ziel des Farbdialogs?

Margrit Galonska: „Ziel des Farbdialoges ist den EINDRÜCKEN, die nicht mit Worten beschreibbar sind, AUSDRUCK zu verleihen und dadurch Blockaden und Widerstände zu lösen.

Der Farbdialog ist eine sanfte Methode, die die eigenen Wachstums- und Entwicklungsprozesse unterstützt. Das heilsame dieser Methode liegt daran, dass die Persönlichkeit gestärkt wird, da sich die unbewussten Anteile, die durch allerlei Leiden oder Symptome oder immer wiederkehrende Erlebnisse lautstark auf sich aufmerksam machen „Gehör“ verschaffen und ausdrücken können. Der Farbdialog vermittelt eine holistische Sichtweise, da Unbewusstes durch Form und Farbe bewusst wird. Die Wirksamkeit des Farbdialogs liegt in der Einfachheit der Methode, die komplexe unbewusste Zusammenhänge bildhaft zeigt."

Für wen ist Farbdialog geeignet?

Margrit Galonska: „Für jeden, der sich selbst besser kennenlernen möchte, besonders für Menschen die sich weiterentwickeln wollen; für Paare, Eltern, Personalentwickler zur Teambildung, Lehrer und Therapeuten zur Erweiterung der Kommunikation oder zur Eigenentlastung. In der Kunsttherapie gilt der Satz „Ausdruck ist Bewältigung."

Ich arbeite mit Farbdialog als erweiterte KommunikationsART überwiegend mit Gruppen (Selbsterfahrung und Arbeitsteams), Paaren und Kindern.“

Muss man eigentlich malen können?

Margrit Galonska: „Nein - das ist ja das Schöne! Für Farbdialog sind weder künstlerische Begabung noch Vorkenntnisse erforderlich! Es geht nicht um schöne Kunstwerke sondern darum:

  • sich einzulassen – sich abzugrenzen
  • Raum einzunehmen - Raum zu gewähren
  • für sich einzustehen - auf andere Rücksicht zu nehmen
  • Sozialkompetenz zu entwickeln
  • sich selbst zu reflektieren

Immer wieder erlebe ich, dass Menschen, die dachten überhaupt nicht malen zu können, durch den Farbdialog nicht nur sich selbst, sondern auch ihre kreative Ader entdeckt haben.“

Wie müssen wir uns das vorstellen?

Margrit Galonska: „Es gibt drei verschiedene Varianten mit Farbdialog zu malen:

Beim Dialog wird mit einem Partner (Paare, Eltern/Kind, Therapeut/Klient) gemalt. Dadurch, dass sich beide auf die unbewusste Ebene einlassen, können sich Lösungen zeigen, die ausschließlich durch Gespräche nicht gefunden worden wären.

Beim Multilog, beim Malen in der Gruppe steht das Sozialverhalten im Vordergrund, die Gruppendynamik wird sichtbar. Konflikte zeigen sich auf dem Blatt, und oft wird sichtbar, dass das äußere Erscheinen eines Menschen nicht immer mit seinem inneren Empfinden übereinstimmt. Wenn die Unterstützung der Gruppe erfahren wird, können tiefliegende Probleme an der Wurzel gepackt und gelöst werden.

Das Selbstvertrauen wird gestärkt, Ressourcen werden aktiviert und die Lebensfreude steigt. Besonders in einer Serie von Bildern kann die Entwicklung verfolgt werden, die jeder Einzelne und die Gruppe durchläuft.

Beim Monolog handelt es sich um ein Selbstgespräch. Eigene Themen, werden durch die Farben und Formen auf dem Papier sichtbar."

Wie läuft das genau ab?

Margrit Galonska: "Eine Gruppe von vier bis acht Teilnehmern erhält von mir nach einer kurzen Einführung in die Methode ein großes weißes Blatt Papier und Kreiden. Nun soll ein Gemeinschaftsbild entstehen. Einer nach dem anderen malt spontan, nicht figürlich, sondern nur Farbflächen, wobei auch bestehende Formen übermalt werden dürfen, was zur Aufdeckung und Bewältigung von Konflikten beiträgt.

Die Mitwirkenden treten in einen sehr intensiven Dialog – ehrlich – unverfälscht – wertfrei. Während des Malens wird nicht kommentiert.

Das Blatt wird nicht gedreht, damit am Ende alle die gleiche Perspektive auf das Bild haben.
Das Bild ist fertig, wenn die Gruppe beschließt, dass es vollendet ist.


Im Anschluss an das gemeinsame Malen findet eine von mir moderierte Gesprächsrunde und Bildinterpretation statt. Versteckte und offene Konflikte zeigen sich auf dem Blatt und können so auf sanfte Art und Weise ans "Licht" gebracht werden.

Die Erfahrung zeigt, dass das Gespräch im Anschluss an das Malen sehr fruchtbar ist, weil die Teilnehmer das auf dem Blatt, mit den Farben und in der Gruppe Erlebte nun auch klar mit Worten ausdrücken kann.“

Nach dem Malen des Gruppenbilds wird die Möglichkeit geboten, noch ein Einzelbild zu malen. Dieses Bild spiegelt die eigenen Themen wider. Auch sie werden – auf Wunsch – ebenfalls von mir gedeutet und besprochen. Die Einzelbilder können mit nach Hause genommen werden."

Wie lange dauert denn eine „Farbdialogtherapie“?

Margrit Galonska: „Es gibt keine starren Vorgaben. Für Arbeitsteams z. B. sind drei Workshops von jeweils vier Stunden, in einem Abstand von etwa vier bis sechs Wochen zu empfehlen, damit die Erkenntnisse jeweils integriert und im Alltag umgesetzt werden können.

Grundsätzlich ist es ein organischer Prozess, der nicht durch starre Stundenvorgabe begrenzt oder unnötige ausgeweitet wird.
Es kann sein, dass ein Ehepaar zehn Mal zum Farbdialog zu mir kommt, ein anderes Paar hingegen nach zwei Mal die aktuellen Themen aufgearbeitet und geklärt hat, das hängt jeweils von der Ausgangssituation ab."

Wenn Sie mehr über die Methode Farbdialog erfahren wollen: Sie finden Margrit Galonska und andere Therapeuten in unserer Berater -und Expertensuche


 Zurück



Aktuell sind 173 Besucher online.