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coach, bild: krockenmitte / photocase.com

Wer sich coachen lässt, weil er unzufrieden mit seiner Situation ist und sich weiterentwickeln will, findet beim Coaching einen neutralen Gesprächspartner, der den Ratsuchenden individuell unterstützt. Der Coach hilft dem Klienten, sich kritisch wahrzunehmen und Verantwortung für sich zu übernehmen. Der Klient soll lernen, sein Verhalten weiterzuentwickeln und Probleme zu lösen.

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Titelthema 05/12

Burnout: Erkenne, wie du tickst

Burnout
Bild:
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Ausgebrannt sein. Leer. Überfordert. Seit der Jahrtausendwende steigen psychische Erkrankungen wie das Burnout-Syndrom sprunghaft an. Es sind nicht nur die äußeren Umstände wie Stress im Job, die zum Burnout führen - den Betroffenen fehlen Bewältigungsmechanismen, sagt Marion Kaiser.

Als einen „Zustand der Überforderung auf allen drei Ebenen - körperlich, emotional und geistig“ beschreibt Marion Kaiser, zertifizierter Coach und Therapeutin für Psychotherapie nach dem Heilpraktikergesetz, das Burnout-Syndrom. Es fehlt an Energie und Kraft. „Viele sagen, sie fühlen sich getrieben.“ Und wissen nicht wovon. Die ersten Warnsymptome werden oft gar nicht als solche erkannt. „Die Klienten sagen: Ich habe das Gefühl, keine Zeit zu haben. Meine eigenen Bedürfnisse werden nicht erfüllt. Mir mangelt es an Energie. Gleichzeitig habe ich das Gefühl, unentbehrlich zu sein.“

Ein Burnout-Syndrom ist nicht plötzlich da, es entwickelt sich über Jahre. Wenn sich erst einmal psychosomatische Reaktionen wie Kopf- und Rückenschmerzen und Bluthochdruck einstellen, wenn schließlich der komplette Zusammenbruch folgt - sich nicht mehr bewegen können, Suizidgedanken - dauert die Therapie meist Monate. „Burnout verursacht so besehen auch einen immensen volkswirtschaftlichen Schaden“, sagt Marion Kaiser. Im Jahr 2008 waren Arbeitnehmer 10 Millionen Tage wegen Burnout krankgeschrieben. Anders gerechnet: „40.000 Arbeitnehmer sind ein Jahr lang wegen Burnout ausgefallen.“

Diese Zahlen geben inzwischen auch Unternehmen zu denken - sie denken um. Und holen sich Rat bei Fachleuten wie Marion Kaiser. „Firmen müssen offen mit dem Thema Stress umgehen“, sagt diese. „Sie müssen ihre Mitarbeiter unterstützen und kommunizieren, dass Burnout für sie ein Thema ist.“ Die Botschaft heißt: „Es darf ein Leben neben dem Beruf geben.“ Ein wichtiger Schritt wäre auch: „Während der Arbeit Mikropausen machen.“ Zwei bis fünf Minuten reichen. Sich bewegen, eine Atemübung machen, übers Handy sein Lieblingslied hören.

Für Burnout sind aber nicht nur äußere Gründe wie beruflicher oder privater Stress verantwortlich. „Man muss auch an sich selbst rangehen.“ Warum reibe ich mich auf? „Unterbewusste Antreiber“ nennt Marion Kaiser die inneren Beweggründe, die Glaubenssätze, an denen man sein Leben ausrichtet. Fünf solche Antreiber kennt jeder Mensch. Sei perfekt! Mach schnell! Streng Dich an! Mach es allen recht! Sei stark!

„Bei vielen Klienten kommen mindestens zwei zusammen.“ Der Perfektionist und der Ja-Sager zum Beispiel. „Da macht man alles für die anderen und muss dabei auch noch perfekt sein.“ Die eigenen Bedürfnisse bleiben komplett auf der Strecke.

„Diese Antreiber muss man erst einmal an sich selbst erkennen“, sagt Marion Kaiser. „Antreiber bilden eine Untergrundbewegung gegen die Hauptperson.“ Sie übernehmen das Steuer. „Hinter den Antreibern stecken oft große Ängste.“

Wer der Burnout-Falle entkommen will, muss die Regie wieder selbst übernehmen, muss agieren, nicht reagieren. Die Antreiber müssen auf ein gesundes Maß geschrumpft werden. „Es geht darum, einen positiven Gegenspieler aufzubauen.“

Beispiel: der Ja-Sager, der es allen recht machen will. Sein Gegenspieler ist der Egoist. „Beides alleine ist ungesund, aber Teile von beiden zu leben ist wichtig.“ Hilfsbereit sein, freundlich, höflich, sozial und beliebt - diese Eigenschaften darf der Ja-Sager auch weiterhin leben. Aber er muss auch die positiven Merkmale des Egoisten trainieren: Der Egoist kann Nein sagen, er ist durchsetzungsfähig, zielbewusst und kennt seine Bedürfnisse.

Meistens muss der Klient das mühsam erlernen. In kleinen Schritten. Und nicht sofort beim Chef oder der Familie. Aber zum Beispiel bei der Metzgereiverkäuferin. Nein sagen auf die berühmte Frage nach dem „Darf es etwas mehr sein“: Es gibt Menschen, die das nicht können, sagt Marion Kaiser. Die müssen üben, üben, üben. Das neue Verhalten trainieren. Selbstbewusstsein aufbauen. Vielleicht einen Selbstverteidigungskurs besuchen. Bücher lesen. Sich ihre Ziele klarmachen.

Buchtipps:

Frank Berndt: 30 Minuten gegen Burn-out
Cordula Nussbaum: 300 Tipps für mehr Zeit; Soforthilfe gegen Alltagsstress.
Axel Koch, Stefan Kühn: Ausgepowert; Hilfen bei Burnout, Stress, innerer Kündigung.
Herbert Freudenberger, Gail North: Burn-out bei Frauen; Über das Gefühl des Ausgebranntseins.

Wenn Sie mehr über Burnout wissen wollen:
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