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Bio-Lebensmittel: für alle gesünder!
Der Gehalt an Vitaminen, Mineralstoffen und anderen Nährstoffen in Lebensmitteln schwanken in Abhängigkeit vom Standort, der Bodenqualität, der Sorten und dem Erntezeitpunkt. Studien belegen laut BUND gleichwohl bei Öko-Obst und -Gemüse höhere Gehalte an gesundheitsfördernden sekundären Pflanzeninhaltsstoffen und teils auch höhere Mengen an Vitamin C als konventionelle Vergleichsprodukte.
Dieser Vorsprung hat vor allem zwei Gründe: „Biolebensmittel werden nicht durch Pestizide vor Fressfeinden und Krankheiten geschützt und bilden daher selbst mehr Abwehrstoffe wie Antioxidanzien“, so der BUND. Zudem wirke der synthetische Dünger im konventionellen Anbau wie ein Verdünner: „Die Pflanzen wachsen schneller und nehmen dabei vor allem mehr Wasser auf.“
Weniger Nitrat
Positiv für Gesundheit und Umwelt wirken sich laut BUND auch die geringeren Nitratgehalte von Ökoprodukten aus. Für unsere Gesundheit und die Artenvielfalt von Vorteil ist zudem, dass im Biolandbau synthetische Pestizide verboten sind. Auch tierische Lebensmittel aus Ökolandbau sind vorteilhaft, weil sie in der Regel höhere Anteile an Omega-3-Fettsäuren enthalten, die als besonders gesund gelten.
Eine niederländische Studie zeige, dass Kleinkinder seltener an Hautallergien leiden, wenn sie Biomilch statt konventioneller Milch trinken. Auch dies lässt sich erklären: Tiere auf dem Biohof fressen Gras und Heu und bekommen auf der Weide viel Sonne ab. Ihre konventionellen Artgenossen fressen vor allem Mais, Getreide und Soja und sehen oft ihr Leben lang keine Sonne. Einen Vorteil für Mensch und Tier bieten auch Bioeier. Sie sind weniger mit Keimen belastet, die Resistenzen gegen Antibiotika aufweisen.
Antibiotika ist bei artgerechter Tierhaltung die absolute Ausnahme
Wie der BUND weiter berichtet, breiten sich in industriellen Tierhaltungen zunehmend Keime aus, die gegen Antibiotika resistent sind. Einige Landwirte übertragen diese Keime zum Beispiel in Krankenhäuser. Breiten sich die Keime dort aus, werden viele Medikamente wirkungslos. Bisher bleibt die Politik untätig. Der massenhafte Einsatz von Antibiotika in der Tierhaltung in immer größeren Ställen verschärft unterdessen das Risiko. In besonders artgerechten Tierhaltungen kommen resistente Keime nachweislich weniger bis gar nicht vor.
"Somit leistet die ökologische Tierhaltung nicht nur einen Beitrag zum Tierschutz, sondern trägt darüber hinaus auch wesentlich zur Sicherung der weiteren Wirksamkeit von Antibiotika bei Mensch und Tier bei", so Prof. Johann Bauer, Inhaber des Lehrstuhls für Tierhygiene an der Technischen Universität München. "Und das ist für den Verbraucher ein klarer Gesundheitsvorteil." Bakterien können vom Tier auf den Menschen übertragen werden – und umgekehrt. Je weniger Resistenzen gegen Antibiotika Bakterien aufweisen, desto besser könnten sie im Krankheitsfall behandelt werden.
Der BUND fordert daher einen grundlegenden Umbau der Tierhaltung zugunsten von artgerechten Haltungssystemen, in denen der Einsatz von Antibiotika nicht notwendig ist, sondern die absolute Ausnahme in Einzelfällen.
Weniger ist mehr!
Aber nicht nur das: An den weit verbreiteten ernährungsbedingten Krankheiten erkenne man, dass viele von uns sich nicht optimal ernähren. „Ein Zuviel an Fleisch, Wurst und Milchprodukten spielt dabei eine wesentliche Rolle. Rund 40 Prozent der Kalorien, die wir in Deutschland täglich zu uns nehmen, stammen aus tierischen Lebensmitteln.“ In Italien machen Fleisch- und Milchprodukte laut BUND dagegen nur 24 Prozent der täglichen Kalorienzusammensetzung aus.
Wenn wir den Fleischkonsum in Deutschland pro Person um rund die Hälfte senken würden auf im Schnitt 300 Gramm in der Woche, würden wir gesünder leben und könnten die gesamte Landwirtschaftsfläche auf Ökolandbau umstellen – bei gleichbleibender Selbstversorgung. Mit weniger Fleisch und mehr frischem Obst und Gemüse lassen sich zudem ernährungsbedingte Gesundheitsrisiken für Übergewicht, Diabetes, Hypertonie, Gefäßerkrankungen, Krebs und Gicht reduzieren.
Der hohe Fleischkonsum belastet nicht nur unsere Gesundheit, sondern auch das Klima. In Europa steht längst nicht genügend Futterfläche für all die Tiere zur Verfügung, die hier gemästet werden. Zu der Futterfläche hierzulande beanspruchen wir nochmals rund ein Fünftel mehr vor allem für den Sojaanbau, überwiegend in Entwicklungs- und Schwellenländern. Das entspricht fast 20 Millionen Hektar, für die oft Regenwald abgeholzt wird.
Zu dem hohen Fleisch- und Milchkonsum kommt die Überschusserzeugung noch hinzu. Insgesamt trägt die europäische Tierhaltung also massiv zum Klimawandel und zum Verlust der Artenvielfalt bei. Zudem stehen in den Ländern, aus denen die Sojabohnen stammen, die Futterflächen nicht mehr für den Anbau von Lebensmitteln für die lokale Bevölkerung zur Verfügung.
Eine klimafreundliche Ernährung hat also zahlreiche positive Zusatzeffekte: Gesundheit, Tierschutz, Sozialverträglichkeit, Umweltschonung.
Weitere Infos und Studien zur biologischen Ernährung gibt's direkt unter: www.bund.net/landwirtschaft
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