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Rheuma: Schmerzen lindern durch Ernährung?
Verschiedene Studien haben immer wieder festgestellt, dass Rheumatiker über die Ernährung viel tun können um Ihre Schmerzen zu lindern. So wurde z.B. festgestellt, das Patienten, die einige Zeit komplett auf Fleisch und Wurstwaren, Weißmehl, Zucker, Alkohol, Rauchen, Kaffee und Tee sowie tierische Fette und Milchprodukte verzichteten, eine Abnahme der Schmerzzustände feststellten. Wenn Sie es wieder zu sich nahmen, verstärkte sich die Schmerzen wieder.
Unter den Begriff Rheuma fallen heute sehr viele verschiedene Erkrankungen. Hier befassen wir uns mit den entzündlichen rheumatischen Erkrankungen, wie:
- rheumatische Arthritis,
- chronische Polyarthritis,
- Morbus Bechterew,
- Psoriasis-Arthritis,
- Kollagenosen (Entzündungen des Bindegewebes),
- Gefäßentzündungen z.B. Lupus erythematodes,
- Sklerodermie,
- juvenile Arthriden.
Unter anderem sind es die Eicosanoide die dafür verantwortlich sind, wenn Gelenke sich akut entzünden. Eicosanoide sind hormonähnliche Substanzen, die für verschiedene Funktion wichtig sind und vom Körper selbst hergestellt werden. Diese werden widerum aus Enzymen und der Arachidonsäure gebildet. Je mehr Arachidonsäure also im Körper zur Verfügung steht, desto mehr Eicosanoide können gebildet werden. Diese Arachidonsäure fördert entzündliche Prozesse und erhöht das Schmerzempfinden. Die Schmerzempfindung kann noch Tage später nach dem Verzehr bestimmter Lebensmittel einsetzen bzw. tagelang anhalten.
Arachidonsäure befindet sich nur in tierischen Lebensmitteln und in folgenden Lebensmitteln sind die Werte besonders hoch:
- Milch,
- Speisequark,
- Camembert,
- Ei,
- Schweineschmalz,
- Schweineleber,
- Leberwurst,
- Schweine-, Rindermuskel,
- Huhn,
- Kalbfleisch,
- Thunfisch.
Wenn neben diesen Lebensmitteln auch noch viele zuckerreiche und schnell abbaubare Kohlenhydrate (Kartoffeln, Fertiggerichte, Limonade, Bananen, Weißmehlprodukte, raff. Zucker) verzehrt werden, wird die Arachidonsäure verstärkt durch verschiedene körpereigene Prozesse immer wieder freigesetzt. Man kann sagen, man gibt dem Körper den Nachschub, so dass die entzündlichen Prozesse sich vermehren.
Was können Rheumatiker also tun?
Grundsätzlich gilt:
- Übergewicht abbauen
- Die Zufuhr von Arachidonsäure meiden, das heißt Fleisch und Wurst aus dem Ernährungsplan streichen bzw. erheblich reduzieren
- Vermehrt pflanzliche Öle einsetzen
- Weißmehl und raff. Zucker meiden
- Mindestens 2 mal pro Woche Fisch, Einsatz von Fischölkapseln mit Ernährungsberater bzw. Arzt absprechen
- Viel Obst und Gemüse roh essen, bzw. schonend garen oder dämpfen
- Alkohol und Nikotin meiden
Das Verhältnis von Omega 3 und Omega 6 Fettsäuren ist wichtig
- Eine Therapie mit Fischöl (EPA) fördert neben einer vegetarischen Ernährung, dass der Eicosanoidstoffwechsel positiv beeinflusst wird – das heißt, weniger Entzündungsneigung und dadurch Schmerzreduzierung. Sprechen Sie das bitte mit Ihrem Arzt, Heilpraktiker oder Ernährungstherapeuten ab.
- Die Fette bestimmter Fische (Hering, Lachs, Forelle und Steinbutt) sind reich an Omega-3-Fettsäuren, im Besonderen der Eicosapentaensäure. Diese hat einfach ausgedrückt ähnliche Strukturen wie die Arachidonsäure und hemmt die Umwandlung in entzündliche Reaktion. 2 x pro Woche dieser Fischsorten oder eine regelmäßige Gabe von Fischölkapseln kann helfen den entzündlichen Reaktionen vorzubeugen.
- Pflanzenöle wie: Raps-, Walnuss-, Soja-, Lein- und Weizenkeimöl enthalten alpha-Linolensäure, die im Körper auch zu Eicosapentaensäure umgewandelt werden können.
- Linolsäure (Omega-6-Fettsäure) kann im Körper zu Gamma-Linolensäure umgewandelt werden. Sie verhindert, dass die Arachidonsäure ihre entzündungsauslösenden Substanzen freisetzen kann. Zusätzlich kann die Gamma-Linolensäure entzündungshemmende Stoffe bilden, so dass man von einer doppelt positiven Wirkung sprechen kann. Gamma-Linolensäure ist natürlich enthalten in: Nachtkerzenöl, Johannisbeeröl oder Borretschöl.
Zusätzlich benötigt der Rheumatiker verstärkt bestimmte Vitalstoffe
-
Vitamin A, C und E, B6, Niacin, Pantothensäure, Magnesium, Selen, Kupfer und Zink sowie Omega-3-Fettsäure.
Welche Nahrungsmittel diese Vitamine & Co enthalten finden Sie hier >>
Einfach ausgedrückt: Vermeiden Sie Fleisch und Wurst, essen Sie öfter Fisch. Leben Sie nach Jahreszeiten, wenn es um Obst und Gemüse geht. Erstens ist die Ware dann frisch, zweitens preiswert und sie enthält alle Vitalstoffe, die unser Körper braucht. Sprechen Sie Nahrungsergänzungsmittel mit Ihrem Ernährungsberater, Heilpraktiker bzw. Arzt ab, nehmen Sie nicht einfach irgendwas oder irgendwie.
Auch das führen eines Schmerztagebuchs hat sich da in vielen Fällen bewährt. Vermerken Sie dazu, in Kurzform, was Sie gegessen haben und Sie können so einen Zusammenhang erkennen. Doch aufgepaßt: die Schmerzempfindung kann noch Tage später nach dem Verzehr bestimmter Lebensmittel einsetzen bzw. tagelang anhalten.
Text: Renate Reimer, HP/Ernährungstherapeutin (ZfN), München. Weitere Ernährungsberater zum Thema Rheuma & Ernährung finden Sie in unserer Berater- & Expertensuche