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Titelthema 05/12

Körperzentriertes Coaching: Vom unbewussten zum bewussten Leben

Der Körper als Quelle für Wahrheit
Bild:
iStockphoto.com // Ein Beitrag von: Björn Klug

Unser Körper ist ein wundervoller Signalgeber, der uns immer zuverlässig mitteilt, wenn wir uns von unserer inneren Wahrheit entfernen. »Ja, Papa, ich werde Jura studieren, damit ich später einmal deine Kanzlei übernehmen kann.« Dies oder Ähnliches mag manch einer als junger Mensch gesagt haben, während ihm eine verkrampfte Magengrube klar mitteilte, dass sein Traumberuf vielmehr die Malerei gewesen wäre.

Wir zahlen einen Preis für derartige Integritätsverletzungen, denn unser Körper speichert sie minutiös ab. Und so klagt der junge Anwalt 10 Jahre später nicht mehr über ein unangenehmes Ziehen, sondern vielleicht über ein Magengeschwür. Er hat seinem Verstand geglaubt, der ihm vorgaukelte, dass es wichtiger sei, auf seinen Vater zu hören, als seinen persönlichen Weg zu gehen.

Was körperorientierte Methoden so wertvoll macht

Für Menschen in unserem Kulturkreis ist ein gesundes Körpergefühl eher die Ausnahme. Manch einer empfindet seinen Körper sogar als abgetrennte Einheit. Körperorientierte Methoden helfen, die Harmonie zwischen Körper und Geist wieder herzustellen, die nicht nur für körperliche Heilung, sondern auch für persönliches Wachstum unverzichtbar ist.

Der Körper als Quelle für Wahrheit

Viele Menschen geraten irgendwann in eine Krise, in der sie sich in irgendeiner Form damit auseinandersetzen müssen, wer sie eigentlich sind und was sie eigentlich im Leben wollen. An diesem Punkt sind wir oft bereits Meister im Verdrängen und Verleugnen und können Schein und Wahrheit kaum noch unterscheiden. Der Verstand ist jetzt nicht nur ein schlechter Ratgeber, sondern Verursacher des Problems. Nun müssen wir unser bis dahin vernachlässigtes und unterdrücktes Körperbewusstsein neu schulen, um es als Quelle für persönliche Wahrheit nutzen zu können. Dies ist Voraussetzung, um Konzepte, die unwahr und uns nicht mehr dienlich sind, zu identifizieren und gehen zu lassen.

Ein besserer Umgang mit Angst

Unser Problem mit Angst ist häufig, dass wir sie unbewusst in einen lebensbedrohlichen Kontext setzen, ohne dass dies noch angemessen wäre. Das liegt daran, dass wir von unseren evolutionsgeschichtlichen Vorfahren das sog. Reptiliengehirn geerbt haben, das in Angstsituationen unseren Körper in Alarmzustand versetzt, selbst wenn unser Leben nicht in Gefahr ist. Trotzdem reagieren wir mit Kampf, Flucht, Starre oder Ohnmacht. Körperlich äußert sich dieses animalische Standardprogramm in einer starken muskulären Anspannung und einem flachen und beschleunigten Atem.

Körperzentrierte Methoden helfen freier im Umgang mit Angst zu werden, indem wir unser Körperbewusstsein einsetzen, um den vorprogrammierten Ablauf zu durchbrechen. Denn Angst ist zunächst einmal nur eine körperliche Reaktion – erst die Fehlinterpretation durch den Verstand macht sie zum Problem. Wenn z.B. Ihr Chef Ihnen einen Rüffel verpasst, wäre es weder intelligent, ihn zu verprügeln, noch hilfreich, schreiend aus dem Raum zu rennen, ohnmächtig umzufallen oder sprachlos zu erstarren.

Atem

Ob nun Yoga, Tai Chi oder Alexandertechnik – es ist kein Zufall, dass so viele Heilmethoden und spirituelle Lehren auch eine Atemschule enthalten. Der Atem ist die erste Wahl, wenn es um persönliche Heilung geht. So haben sich die meisten Menschen durch einen lebenslangen falschen Umgang mit Angst die sog. »inverse Atmung« angewöhnt. Wieder zur natürlichen und gesundheitsfördernden Bauchatmung zurückzukehren, ist wichtiger Bestandteil körperzentrierter Methoden. Außerdem gibt unser Atem uns jederzeit Aufschluss über unser aktuelles Befinden, auf das wir dann durch bewusstes Atmen umgekehrt auch Einfluss nehmen können.

Grundregel: Bringe Atem dorthin, wo kein Atem ist.

Bewegung

Was für den Atem gilt, gilt auch für den Rest unseres Körpers. In all seinen Ausdrucksformen spiegelt unser Körper stets unser Innenleben. Auf die Frage, wie sie sich fühlen, können die wenigsten Menschen auf Anhieb detailliert Auskunft geben. Ärger schon in einer leichten Anspannung der Schultern zu erkennen, lange bevor er zum Wutausbruch aufkocht, ist der Lohn eines guten Körperbewusstseins. Angst, die sich anfangs noch in einem Stechen im Solarplexus geäußert hat, muss durch lange Unterdrückung nicht ins Sodbrennen münden.

Unterdrückte Gefühle äußern sich häufig in der Erstarrung von Körperbereichen, die durch gezielte und mit Bewusstheit gefüllte Bewegung gelöst werden kann. Emotionale Transparenz ist ohne Körperbewusstsein nicht möglich.

Grundregel: Bringe Bewegung dorthin, wo keine Bewegung ist.

Heilung durch Bewusstheit

Unser Körper ist unser Tor zur Bewusstheit. Bewusstheit ist Voraussetzung für Heilung jeder Art. Körperorientierte Techniken machen uns unsere persönliche Wahrheit zugänglich und verhindern ihre Verschleierung durch die fragwürdigen Konzepte unseres Verstandes. Darüber hinaus ermöglichen sie die Auflösung nicht gefühlter Gefühle, die sich im Körper manifestiert haben, z.B. in Form von Krankheiten oder Haltungsschäden.

Sie möchten mehr über die Arbeit mit körperorientierten Methoden wissen: Hier finden Sie das Profil mit weiteren Informationen über Björn Klug, Experte für körperzentriertes Coaching.


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